Wie können Fachkräfte Eltern und Familien für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kinderfotos im Netz sensibilisieren? Die vom Deutschen Kinderhilfswerk herausgegebene Broschüre „Sharing is not Caring“ liefert anschauliche Impulse und Material für die Beratung und pädagogische Arbeit.
Das Teilen von Kinderfotos und -videos im Internet durch Eltern, kurz Sharenting, ist längst Teil des Familienalltags. Neben Eltern teilen auch Großeltern und andere Bezugspersonen regelmäßig Bilder von Kindern in sozialen Netzwerken oder über Messenger-Apps – meist aus Stolz über die gemeinsamen Erlebnisse und dem Wunsch, das Umfeld daran teilhaben zu lassen. Doch dieser vermeintlich harmlose Austausch birgt Risiken für die Privatsphäre, Sicherheit und Selbstbestimmung von Kindern.
Fachkräfte, die mit Kindern arbeiten, stehen vor der Herausforderung, Erziehende für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kinderdaten im Netz zu sensibilisieren. Die Broschüre „Sharing is not Caring“, herausgegeben vom Deutschen Kinderhilfswerk, bietet ihnen dafür eine praxisnahe Unterstützung. Sie stellt Informationen und Materialien bereit, mit denen Fachkräfte das Thema Sharenting flexibel und fundiert in die Arbeit mit Familien integrieren können.
Die Broschüre „Sharing is not Caring“ hebt zentrale Kinderrechte hervor, die beim Sharenting berührt werden. Besonders im Fokus stehen das Recht auf Privatsphäre, das Recht auf Schutz sowie das Recht auf Beteiligung. Die Broschüre betont: Kinder sollen selbst entscheiden dürfen, ob, wie und mit wem ein Foto oder Video von ihnen online geteilt wird – und zwar auf eine ihrem Alter und Entwicklungsstand angemessene Weise. Diese Rechte sind in der UN-Kinderrechtskonvention verankert und müssen auch im digitalen Raum gewahrt werden.
Das Thema Sharenting berührt zentrale Rechte von Kindern, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) verankert sind – insbesondere das Recht auf Privatsphäre (Art. 16), den Schutz vor Gewalt (Art. 19), die Beteiligung von Kindern (Art. 12) sowie das Recht auf altersgerechte Informationen und den Schutz vor medialen Gefährdungen (Art. 17). Diese Rechte gelten uneingeschränkt auch im digitalen Raum.
Die Inhalte der Broschüre "Sharing is not Caring“ bieten eine praxisnahe Grundlage, um Eltern und Erziehungspersonen zielgerichtet zu beraten. Folgende zentrale Elemente der Broschüre können Fachkräfte in ihrer konkreten Beratungspraxis aufgreifen:
Die Vielseitigkeit der Broschüre „Sharing is not Caring“ ermöglicht den Fachkräften einen gezielten Einsatz je nach Arbeitskontext:
Die Broschüre „Sharing is not Caring“ bietet Fachkräften klare, praxisnahe Impulse, um das Thema Sharenting im Dialog mit Kindern, Jugendlichen und Erziehenden gezielt zu beleuchten. Durch die Graphic Novels als ansprechende visuelle Elemente wird die Bedeutung der Kinderrechte im digitalen Raum auf anschauliche Weise lebensweltnah vermittelt. Ein passendes Instrument, um die Rechte von Kindern auf Privatsphäre, Schutz und Mitbestimmung nachhaltig zu stärken und das unreflektierte Teilen von Bildern und Videos zu verhindern.
Der Ratgeber ist ein Projekt von Studierenden der Köln International School of Design in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk. Veröffentlichung und Druck wurden 2025 vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.